Duschseife mit Hafermilch. Die Haferfrauen, aka Waschweiber, schmachte ich schon an, seit ich sie das erste Mal auf Mojas Blog wunderbar seifenbar gesehen habe. Leider gab es die Waschweiber zwischenzeitlich nicht mehr zu kaufen, was sich glücklicherweise jetzt wieder geändert hat. Die Formen bzw. Silikoneinleger mussten dann auch nicht lange auf ihren Einsatz warten.
Ursprünglich wollte ich die Waschweiber mit Ziegenmilch sieden. Die hatte ich allerdings vergessen einzukaufen und so wurden aus den Waschweibern eben Haferfrauen. Da Hafer ganz wunderbare Eigenschaften in Sachen Hautpflege mitbringt (er spendet Feuchtigkeit, wirkt entzündungshemmend und hilft, Juckreiz zu lindern), habe ich mich über meine Vergesslichkeit auch kein bisschen geärgert. Die Hafermilch habe ich selbst hergestellt (das ist wirklich super easy), indem ich ein paar Löffel Haferflocken für ca. 15 min in kaltem dest. Wasser eingeweicht habe, dann das Ganze in den Mixer geschmissen habe und die Mischung anschließend mittels eines Nylonsiebes gefiltert habe. Heraus kam ganz fantastische Hafermilch.
Beim Sieden ging wieder ein bisschen was schief, wie neuerdings immer. Daran merke ich einfach, dass mein Kopf mit anderen Dingen beschäftigt ist… Der Schaden hielt sich diesmal in Grenzen. Ich hatte zuerst versucht, das NaOH direkt zur Hafermilch zu geben. Das hat allerdings instant einen chemischen Prozess ausgelöst und alles wurde super schleimig. Also einfach nochmal ein bisschen Hafermilch hergestellt (wie gesagt, zum Glück super easy und schnell) und die Lauge vorher in Wasser im Verhältnis 1 : 1,1 (H2O zu NaOH) gelöst. Die Hafermilch habe ich zu den flüssigen Ölen gegeben.
Bei den Fetten bzw. Ölen habe ich mich bewusst auf wenige gut pflegende Öle beschränkt. Macadamianussöl zählt zu meinen Lieblingsölen und kam in letzter Zeit viel zu kurz. Außerdem erzeugt es harte Seifen und macht so hoffentlich das Ausformen einfacher.
Der Seifenleim hat alles gut mitgemacht, ist aber auch nicht ewig flüssig geblieben. Mehr detaillierte Formen wären wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Als Duft habe ich einen von meinen wenigen synthetischen Duftstoffen (eigentlich sogar den einzigen) verwendet: Sandalore. Echtes ätherisches Sandelholzöl ist einfach zu teuer. Sandalore soll ebenfalls hautberuhigende Eigenschaften haben und unterstützt so die Wirkung der Hafermilch. Außerdem passt für mich der schwere, sinnliche Duft von Sandalore einfach gut zu den Haferfrauen. Die fertigen Seifen sind nicht in den Kühlschrank gewandert, sondern einfach im kühlen Keller geblieben.
Da ich mich irgendwie ein bisschen bei der benötigten GFM verrechnet habe, sind neben den Haferfrauen auch noch ganz viele Haferlinge entstanden 😉
Das Ausformen war zwar etwas nervig und ich musste ziemlich viel von den Haferfrauen wegschneiden, da die Silikoneinleger doch deutlich kleiner sind als die Mulden der klassichen rechteckigen 6fach-Seifenformen bzw. des Dividors, aber ohhhh meeeein Gooott. Es hat sich so was von gelohnt! Allein beim Anschauen kommen schon ganz viele SchaumGefühle auf!!!
Noch ein kleiner Lerneffekt zum Schluss: die 6fach-Formen sind (grenzwertig) zu niedrig, da die Einleger schon ein gutes Stück der Höhe wegnehmen. In Zukunft also alles im Dividor oder in der Blockform machen, da man hier die Seife höher gießen kann.
Nachtrag: Die Extra-Schicht Haferflocken auf den runden Haferlingen erzeugt einen ganz sanften und angenehmen Peeling-Effekt. Beim nächsten Mal werde ich die Schicht wohl noch etwas dicker machen.
| Rezept Haferfrauen |
| 30 % Babassuöl |
| 25 % Mandelöl |
| 25 % Macadamianussöl |
| 15 % Kakaobutter |
| 5 % Rizinusöl |
| 33 % Hafermilch, H2O |

